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Selbsttests an der PWS

Selbsttests für Schüler und Lehrer
Nach den Osterferien wurde an bayrischen Schulen die Durchführung von Selbsttests gefordert. Auch an der PWS musste mindestens 2x pro Woche getestet werden – teils im Freien, teils im Klassenzimmer. Nach kurzer Zeit spielte sich aber eine regelrechte Routine ein und die an der PWS anwesenden Schülerinnen und Schüler wurden zu richtigen „Selbsttest“- Profis.      

Das erste Mal – auch für Lehrer
Heute sollte unser erster Selbsttest an der Schule stattfinden.
Zugunsten eines möglichst sicheren Testergebnisses sollten sich die Schülerinnen und Schüler vor Durchführung der Tests die Nase schnäuzen – am besten natürlich ohne Maske, mit offenem Fenster, aber mit mir im Klassenraum.
Mir schwirren Diagramme durch den Kopf, die veranschaulichen, wie viel Aerosol bei welchen Tätigkeiten ausgestoßen wird. Husten und Nase schnäuzen habe ich ziemlich weit oben abgespeichert. Die Information löst also keine positive Grundstimmung in mir aus. Dazu kommen organisatorische Tücken. Schnäuzen, Hände waschen, Test-Kit auspacken, Müll hierhin, Streifen dahin, Teststäbchen auspacken, aber nicht das falsche Ende anfassen, Fläschchen mit der Pufferlösung öffnen, Abstrich nehmen, Tupfer in der Pufferlösung umrühren, beim Herausziehen ausdrücken, Teststäbchen entsorgen, Lösung verstopseln, auf die richtige Stelle des Teststreifens aufbringen, nicht zu viel, nicht zu wenig drücken – und warten, bis hoffentlich die richtige Anzahl Streifen (nämlich nur einer bei C!) angezeigt wird.

Meine Premiere in Sachen Selbsttest vollziehe ich im Vorhinein im stillen Kämmerlein. Und stelle fest: Stimmt, es gibt einiges zu beachten, aber ehrlich gesagt ist die Durchführung mit ein bisschen Konzentration auch kein Hexenwerk. Meine Hoffnung steigt, dass ich meine Schüler bei ihrem ersten Selbsttest im Klassenraum gut begleiten kann.

Montagmorgen, erste Stunde in meiner zehnten Klasse: Alle Testkandidaten – wegen des Wechselunterrichts ist die Klasse nur in halber Stärke anwesend – sind angetreten. Es herrscht eine Mischung aus Nervosität und angespanntem Gekicher. Bevor es ans Abstreichen geht, möchte ich zunächst von den Kindern erfahren, welche Erfahrungen mit Selbsttests sie bereits gesammelt haben. Nur wenige haben Vorerfahrungen mit einem Test an einer offiziellen Prüfstelle und noch weniger mit Selbsttests zu Hause gesammelt. Also zeige ich die Testutensilien, erkläre Ablauf und Gebrauch und thematisiere auch die Frage: Was ist, wenn einer der Tests tatsächlich anschlägt? Auf Empfehlung des Kultusministeriums erklärt Dr. Kasperl von der Augsburger Puppenkiste das Prozedere auf seine Weise nochmal.
Nach rund 20 Minuten sind die wichtigsten Fragen besprochen und ich habe das Gefühl: Wir sind genügend gut gerüstet. Also auf ins Abenteuer!

Das Öffnen der Pufferlösung bereitet keine Probleme, eine Wäscheklammer an das Ende des Lösungsröhrchen gezwickt sorgt für einen sicheren Stand auf dem Tisch. So kann das Röhrchen geöffnet auf das Eintunken der bakteriengetränkten Wattestäbchen warten. Kopf in den Nacken legen und 15 Sekunden Stäbchen in beiden Nasenlöchern hin- und her bewegen. Die Gesichter verzerren sich, aber keiner gibt auf. Der ein oder andere kann sich ein Niesen nicht verkneifen. Geschafft, der schlimmste Teil liegt hinter uns. Die Tupfer baden in der Pufferlösung und geben selbst noch beim Herausziehen durch kräftiges Quetschen ihren letzten Tropfen ab. Teststreifen werden beträufelt und sämtliche bisher genutzten Utensilien verschwinden im Müllbeutel, der zügig gefüllt ist. So viel Material, und das jeden Tag wieder! Doch Gedanken an Nachhaltigkeit sind hier definitiv fehl am Platz. Als alle getestet sind, lehnen sich meine Schüler entspannt zurück, und auch ich atme auf.

Kein Teststreifen hat angeschlagen, die Premiere war ein voller Erfolg – der Schultag kann beginnen.