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Digitaltraining an der PWS

Am 05.07.21 fand für die Jahrgangsstufen 7, 8 und 9 ein je zweistündiges Digitaltraining statt. Die Jugendlichen von heute haben sich, wie auch die Eltern und Lehrer, vor allem durch die Smartphone-Revolution in den letzten zehn Jahren zu ständig digitalen Personen entwickelt, die immer online sind. Gerade durch die Coronapandemie wurde die sogenannte Bildschirmzeit der Kinder nochmal vervielfacht. Beispielsweise haben sich die Nutzungszahlen von Kindern und Jugendlichen bei Youtube seit Frühjahr 2020 mehr als verdoppelt.

Gerade in diesen digitalen Zeiten mit ihren unglaublich großen Herausforderungen lag es dem Elternbeirat der PWS am Herzen, unseren Schülern Hilfestellungen für die digitale Welt an die Hand zu geben, Möglichkeiten der Digitalität zu zeigen, aber auch Gefahren deutlich zu machen. Dazu konnte der renommierte und deutschlandweit bekannte Digitaltrainer Daniel Wolff für drei digitale Vorträge an die Schule geholt werden.

Für die 7. Klassen veranstaltete er ein „Online-Smartphone-Training“. Mit packenden Beispielen veranschaulichte er die Hintergründe von Firmen wie Google, YouTube, WhatsApp oder Snapchat und regte die jungen Zuhörer geschickt zum Nachdenken über Themen wie Datenschutz oder Weitergabe ihrer Daten an. Mit den kostenlosen Betriebssystemen Android und Google lassen sich Milliarden von Daten sammeln und statistisch auswerten, um gezielt Werbung schalten zu können. Da von jedem einzelnen Nutzer detaillierte Daten-Profile angelegt werden, zahlt jeder für die Nutzung der großen Internet-Plattformen: zwar nicht mit Euro, aber mit Aufmerksamkeit und privaten Daten. Besonders interessant war, dass er immer wieder Umfragen mit den Schülern durchführte, beispielsweise wer von ihnen nachts mit dem Smartphone auf sein Zimmer gehe oder wie viele Sticker man innerhalb einer Nacht erhalte.

In der 8. Jahrgangsstufe ging der Digitaltrainer Daniel Wolff auf Cybermobbing ein. „Cybermobbing“, also das absichtliche Beleidigen, Belästigen oder Bedrohen von Personen (meist Mitschülern) im Internet ist ein trauriger Trend, der derzeit an vielen Schulen ein großes Thema ist. Viele Erwachsene vergleichen Cybermobbing laut Wolff fälschlicherweise mit Hänseleien, wie man sie in der eigenen Kindheit erlebt hat. Denn ihnen sei in der Regel überhaupt nicht klar, welche extreme soziale Wucht Cybermobbing entwickeln kann, vor allem, weil der Täter die Reaktion des Opfers nicht sehen kann und das Opfer nicht weiß, wer die Beleidigungen noch alles gesehen hat. Cybermobbing kann zu Depressionen und Aggressionen führen, die sich schlimmstenfalls in Selbstmorden und Amokläufen niederschlagen können.

Bei den 10. Klassen ging Daniel Wolff gezielt auf die tiefergehenden Bereiche „Fake News“ und „Hate Speech“ ein. Durch seine lockere Art und persönliche Erzählungen gelang es ihm, den Schülern bewusst zu machen, beim Surfen im Netz stets aufmerksam zu sein, um Fakes zu erkennen oder nicht in irgendwelche Fallen zu tappen. Wolff zeigte, wie sich Schüler davor bestmöglich schützen können. Neuntklässler sind davon überzeugt, sich in der digitalen Welt auszukennen – zumindest in der Praxis. Jeder hat ein eigenes Smartphone, jeder ist auf sozialen Medien aktiv. Als Wolff ein Video zeigt, kann freilich so einfach niemand sagen, ob es sich hier um Wahrheit oder Lüge handelt. Das Video zeigt den ehemaligen amerikanischen Präsident Barack Obama, der eine Rede hält. Das Aussehen, die Stimme, die Lippenbewegung, alles wirkt echt. Doch der Schein trügt. In Wahrheit ist es nicht Obama, der die Rede hält. Das Video wurde mit Hilfe einer Software manipuliert. Diese kann jede beliebige Person imitieren, so dass der Nutzer nicht mehr erkennt, was wirklich real war. Die Fake News nehmen zu. 1000 Arten der gefälschten Nachrichten gebe es bereits, Tendenz steigend. Wie erkennt man nun, ob es sich um einen Witz oder eine wahrheitsgemäße Nachricht handelt? Er erklärt den Jugendlichen die vielen kleinen Details und Indizien, die es ermöglichen, ein „Fake“, also eine gefälschte Information, Webseite oder Nachricht zu erkennen.
Auch „Hate Speech“, also Hassreden sind ein allgegenwärtiges Thema. Fast jeder der Schüler ist im Netz schon auf diskriminierende Inhalte gestoßen. Bei heftigen Verstößen rät Wolff grundsätzlich zur Anzeige bei der Polizei oder zur Meldung via App. Denn scheinbare Anonymität schützt nicht vor rechtlicher Verfolgung.

Ein gelungener Vormittag mit viel Input und der Hoffnung, den Schülern wichtige Hilfestellungen für ihr digitales Wirken an die Hand gegeben zu haben.
Wir bedanken uns herzlich beim Elternbeirat für die Finanzierung des Digitaltrainings.